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Pilze als Fleischfresser


junge Fangschlinge

in die Falle gegangenes Älchen

Im Tierreich gibt es zahlreiche Pilzzüchter. Umgekehrt sind aber auch Pilze bekannt, die sich auf verschiedenste Art und Weise von Tieren ernähren. Wer kennt nicht die Schimmelpilze, die auch auf Tierischen Nahrungsmitteln wachsen. Daneben sind auch Fuß- und Nagelpilze manchem ein Begriff. Neben diesen stoßen wir auf Formen des Übergangs von Endoparasiten zu Pilzen mit der wohl eigenartigsten Lebensweise, den "räuberischen Pilzen". Wer hier zum ersten Male etwas "fleischfressenden Pilzen" hört und sich vielleicht märchenhafte Ungeheuer vorstellt, wird enttäuscht sein, wenn er das zarte Pilzgeflecht unter einer starken Lupe oder dem Mikroskop betrachtet. Eher verwundert uns aber die Tatsache, dass eine für Tiere charakteristische Eigenschaft, der Beutefang, von Organismen ausgeführt wird, denen man gemeinhin nur zutraut, dass sie "friedlich" den Boden als Nahrungsquelle nutzen. Da aber das Erschließen von Nahrungsquellen organischer Art die Lebensgrundlage der Pilze ist, erscheint der aktive Beutefang gar nicht so merkwürdig. Die Fangorgane sind recht unterschiedlich gestaltet. So gibt es neben einfachen klebrigen Pilzfäden, eben solche Netzstrukturen, sich zusammenziehende Schlingen und mechanisch wirkende Fallen. Die Nahrung der räuberischen Pilze ist oft recht groß und beweglich, wie zum Beispiel Nematoden oder Springschwänze. Die Arten, die ihre Beute durch das Zusammenziehen von Ringen oder Schlingen fangen, reagieren auf mechanische Reize. Ihre Fangorgane liegen im Boden wie die Schlingen eines Wilderers im Jagdgebiet.