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Ameisen als Pilzzüchter



In den tropischen Gebieten Amerikas leben die Blattschneiderameisen, die in ihren Wohnstätten regelrechte Pilzkulturen anlegen. In dunklen, feuchten Teilen der Wälder bauen sie große Nester, ein Labyrinth von unterirdischen Kammern und Gängen. In einem großen Teil der Räume werden Pilze gezüchtet. Ab und zu machen sich einige tausend Ameisen auf den Weg zu einer nahe gelegenen Baumgruppe, wobei sie ganze Bäume entblättern können. Jede Ameise schneidet aus einem Blatt ein Stück heraus (etwa so groß wie ein Zehnpfennigstück) und trägt es nach Hause. Die Blattstückchen werden gründlich zerkaut, am Boden der Pilzkammer ausgebreitet, ausgiebig mit Ameisenkot gedüngt und gepflegt. Ohne intensive "Unkrautbeseitigung" und Aufrechterhaltung einer gleichmäßigen Temperatur und Luftfeuchte können die Pilze nur schlecht gedeihen. Auf dem so vorbereiteten Nährboden erscheinen bald kleine Körperchen, wegen ihrer Form Kohlrabiköpfchen genannt, die als Nahrung für die Ameisen dienen. Die Ameisenkönigin nimmt sogar auf ihrem Hochzeitsflug Pilze mit.