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Paxillus-Syndrom

Vergiftungen durch den Kahlen Krempling

Noch immer gibt es Diskussionen, bei denen die Gefährlichkeit des Kahlen Kremplings (Paxillus involutus) angezweifelt oder bestritten wird. Dabei widerlegt auch ein jahrzehntelanger unbeschadeter Genuss dieses Pilzes nicht seine Gefährlichkeit, die leider durch Reihe von Todesfällen nachgewiesen wurde.
Die Gefahr geht dabei nicht von einem Giftstoff im herkömmlichen Sinne aus. Nach dem Stand der Erkenntnisse regt ein im Pilz vorhandenes Antigen (körperfremde Eiweißverbindung) im Blutserum die Bildung von Antikörpern an. Bei wiederholtem Kremplingsverzehr kann es zur Bildung eines Antigen-Antikörper-Komplexes kommen, der zur Agglutination (Verklumpung, Gerinnung) der roten Blutkörperchen und deren Hämolyse (Zersetzung) führt.
Nach einer Latenzzeit von 1-2 Stunden können Erbrechen, Durchfall, Bauchkoliken, verbunden mit hämolytischen Symptomen (u. a. verminderte bzw. fehlende Harnproduktion, Nierenschmerzen) auftreten. In der Folge kann es zu einem Nierenversagen kommen. Typisch für das Paxillus-Syndrom ist, dass der Betroffene bereits seit längerer Zeit (oft seit vielen Jahren) Kremplingsmahlzeiten zu sich genommen und schon bei vorausgegangenen Gerichten gewisse Unverträglichkeiten bemerkt hat. Dieses Syndrom ist wie alle Allergien eine individuelle Erscheinung, so dass Tischgenossen fast immer beschwerdefrei bleiben können.